Manfredonia ist die Stadt, durch die die meisten Touristen fahren, ohne anzuhalten. Sie kommen auf den Gargano, fahren entlang der Küste nach Vieste oder Peschici, und Manfredonia wird zur Kulisse — der Name der Schnellstraße, die Industriestadt, der Ort, von dem aus man die Fähre zu den Tremiti-Inseln nimmt. Das ist ein Fehler, den wir verstehen: Die Stadt verkauft sich schlecht vom Fenster eines fahrenden Autos. Man muss anhalten, um sie zu verstehen.
Drei Tage sind das richtige Maß. Man braucht nicht mehr, um alles Sehenswerte zu sehen, und weniger reicht nicht, um wirklich zu verstehen, wo man sich befindet. Drei Tage reichen, um die Stadt ohne Eile zu erkunden, mindestens einen Ausflug auf den Gargano zu machen, einige Strände zu besuchen und zwei- oder dreimal gut zu essen. Das ist die Route, die wir den Gästen von Casa e Bottega empfehlen, wenn sie fragen, wie sie sich organisieren sollen.
Tag 1 — Manfredonia: die langsame Stadt
Der erste Morgen gehört der Stadt. Nicht für Tourismus im klassischen Sinne — es gibt keine Warteschlangen und keine Museen, die man abhaken muss — sondern um zu verstehen, wie Manfredonia funktioniert, wie es sich bewegt, wann es aufwacht.
Früh morgens: der Fischmarkt
Wenn Sie vor acht Uhr aufstehen können, gehen Sie zum Hafen der Pescheria. Das ist keine Touristenshow: Es ist der echte Fischmarkt, wo die Restaurants des Gargano einkaufen, was sie abends servieren werden. Frisch gefangene Tintenfische, riesige Sepien, Kaisergranat, Seeigel, die vor Ort auf einem Holztresen geöffnet werden. Sie müssen nichts kaufen — das Erlebnis liegt im Lärm, im Geruch von Salz und Jod, im Italienischen gemischt mit dem lokalen Dialekt, den Sie nicht verstehen, aber der einen präzisen Rhythmus hat. Wo die Einheimischen in Manfredonia essen beginnt hier, zu dieser Stunde.
Der Vormittag: Burg und Museum
Die Schwäbisch-Angevinische Burg ist das Erste, was man beim Ankommen in Manfredonia vom Meer aus sieht — die quadratische Silhouette mit den Ecktürmen, der Graben, die noch funktionierende Zugbrücke. Im Inneren befindet sich das Nationalmuseum des Gargano: Daunische Stelen aus dem 6.–5. Jahrhundert v. Chr., mittelalterliche Rüstungen, lokale Keramiken, Funde aus dem römischen Siponto. Es ist kein monumentales Museum, aber eines, in dem jedes Stück eine genaue und gut erzählte Geschichte hat. Rechnen Sie mit anderthalb bis zwei Stunden.
Die Altstadt erkundet man zu Fuß vom Schloss aus: Via dei Celestini, Piazza del Popolo, der Dom mit seiner Kuppel, die über den niedrigen Dächern des Zentrums dominiert. Manfredonia im langsamen Rhythmus beschreibt diesen Rundgang gut — die Stadt wird nicht besichtigt, man bewohnt sie für ein paar Stunden.
Der Nachmittag: Promenade und Strandpromenade
Nach dem Mittagessen — besser in einer der Trattorien in der Altstadt als an der Strandpromenade, wo die Preise doppelt so hoch sind — gehört der Nachmittag dem ziellosen Spazieren. Die Strandpromenade von Manfredonia ist lang und flach, mit dem Gargano im Rücken und dem Golf davor. Der Sonnenuntergang von der Strandpromenade aus, wenn das Profil des Gargano zur dunklen Silhouette gegen den orangefarbenen Himmel wird, ist eines der Dinge, an das sich die Gäste von Casa e Bottega am meisten erinnern.
Tag 2 — Der Gargano: Wählen Sie Ihre Richtung
Richtung A: die Küste — Mattinata und die Buchten
Die Straße von Manfredonia nach Mattinata ist bereits Teil des Erlebnisses. Die SS89 steigt über Kehren auf, durchquert Steineichenwälder und steigt dann wieder zum Meer ab. Die Strände und Lidos rund um Manfredonia beschreibt im Detail, wo man entlang dieser Strecke schwimmen gehen kann. Mittags am Meer essen — frischer Fisch in einem der Strandrestaurants von Mattinata — ist eines der Rituale des Gargano-Sommers.
Richtung B: Monte Sant'Angelo
30 Autominuten von Manfredonia entfernt, auf den Felsen des Gargano in 800 Metern Höhe, ist Monte Sant'Angelo eine der ältesten christlichen Wallfahrtsstätten Europas. Die Basilika San Michele Arcangelo ist seit 2011 UNESCO-Weltkulturerbe. Das Dorf hat mit seinen weißen Gassen, blumengeschmückten Balkonen und einem Aussichtspunkt, von dem aus man den gesamten Golf von Manfredonia überblicken kann, etwas Besonderes.
Richtung C: mit dem Boot von Manfredonia
Wenn das Wetter gut und das Meer ruhig ist, schlägt die dritte Option die ersten beiden. Eine Bootstour im Gargano vom Hafen Manfredonia ermöglicht es, die Buchten der Südküste zu erreichen, die von der Straße aus nicht existieren — Kalksteinnischen, smaragdgrünes Wasser, diese Stille, die man nur findet, wenn der Motor ausgeht.
Tag 3 — Siponto, die Tresoldi-Basilika und Abschied vom Meer
Die Tresoldi-Basilika
2016 baute der Künstler Edoardo Tresoldi um die romanischen Ruinen der frühchristlichen Basilika von Siponto eine Struktur aus Metalldrahtgeflecht, die die Wände und Bögen der ursprünglichen Kirche reproduziert — transparent, ätherisch, das Licht filternd. Die Basilika von Siponto und Tresoldi's Werk beschreibt diese Installation, die seit 2016 dauerhaft ist und eine fast vergessene archäologische Stätte in eine der meistfotografierten Attraktionen ganz Apuliens verwandelt hat. Fünf Autominuten von Manfredonia, täglich geöffnet.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Tage braucht man für Manfredonia?
Drei Tage sind ideal: Zeit, die Stadt ohne Eile zu erkunden, mindestens einen Gargano-Ausflug zu machen und einen Strand zu besuchen. Mit zwei Tagen geht es auch, aber im schnellen Tempo. Ein Tag reicht für das Stadtzentrum, nicht für den Gargano.
Braucht man ein Auto für Manfredonia?
Für die Stadt selbst nicht — die Altstadt ist gut zu Fuß erkundbar. Für Ausflüge nach Monte Sant'Angelo, Mattinata und zu den Buchten ist ein Auto praktisch unerlässlich.
Was ist die beste Reisezeit für Manfredonia?
Juni und September sind ideal: warmes Wetter, Meer bereits badetauglich, viel weniger Andrang als im Juli und August.
Was darf man in Manfredonia nicht verpassen?
Die Schwäbisch-Angevinische Burg mit dem Nationalmuseum, die Basilika Santa Maria di Siponto mit der Tresoldi-Installation, den Fischmarkt und die Strandpromenade bei Sonnenuntergang. Für Ausflüge: Monte Sant'Angelo und mindestens einen Vormittag am Meer oder auf einem Boot.
Wie kommt man nach Manfredonia?
Mit dem Auto von Foggia in 20 Minuten (A14, Ausfahrt Foggia, dann SS89). Von Bari etwa eineinhalb Stunden. Mit dem Zug: Der nächste gut angebundene Bahnhof ist Foggia, von dort stündliche Busse nach Manfredonia.